News

Hier finden sich aktuelle Nachrichten des Messkampagnen-Teams in chronologischer Reihenfolge. Ausführliche Beiträge, die auf dem MOSES Blog veröffentlicht wurden, sind in der Auflistung mit [BLOG] gekennzeichnet.

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Nach einem unterkühlten und regnerischen Mai kehrt seit einigen Tagen der Frühsommer in Deutschland ein. Die Temperaturen steigen heute verbreitet auf über 25 °C. Zudem fließt von Südwesten aus Frankreich im Tagesverlauf eine feucht-labile Luftmasse in das Untersuchungsgebiet in Baden-Württemberg ein. Dadurch haben sich jetzt am Nachmittag (16:20 Uhr) bereits erste Gewitter über den Vogesen und dem Schwarzwald gebildet. Die Teams von Swabian MOSES sind bereit und lassen bereits erste Wetterballons zur Sondierung der Atmosphäre steigen.

Weitere Informationen folgen.

Nachdem bereits der April 2021 deutschlandweit gesehen der kälteste seit 40 Jahren war (vgl. DWD), wartet auch der Mai 2021 mit einer kühlen und unbeständigen Witterung auf. Die häufigen, oftmals schauerartigen Regenfälle der vergangenen Wochen lassen sich auf ein umfangreiches Tiefdrucksystem über dem Nordatlantik zurückführen, welches fortwährend feuchte Luftmassen nach Mitteleuropa transportierte. Insbesondere durch Kaltluftadvektion in den oberen Schichten der Troposphäre wies diese an vielen Tagen eine leicht bis moderat labile Schichtung auf, die in Deutschland und so auch im Untersuchungsgebiet Neckartal/Schwäbische Alb immer wieder zur Auslösung und Entwicklung von Konvektion führte, welche jedoch meist nicht nur schwach organisiert, nicht allzu hochreichend (s. Radarbild des KITcube X-Band Radars) und daher auch lediglich von moderaten Begleiterscheinungen geprägt war (Starkregen, kleinkörniger Hagel, Sturmböen, wenig Blitzaktivität). Im Untersuchungsgebiet von Swabian MOSES kamen dabei seit Anfang Mai verbreitet rund 60 bis 100 Liter Regenwasser pro Quadratmeter zusammen, was im bzw. nur leicht über dem klimatologischen Durchschnitt liegt. Die im April noch verbreitet trockenen Böden haben sich in den letzten Wochen durch die wiederkehrenden Regenfälle gut angefeuchtet, wie die Bodenfeuchtemessungen des UFZ zeigen (s. Zeitreihe).

Bezüglich des Fokusses auf die Untersuchung der Entstehung von sommerlicher, sehr hochreichender Konvektion durch Strömungskonvergenzen im Untersuchungsgebiet, oder bezüglich des Schadstofftransportes in Fließgewässer durch heftigen Starkregen bot die Witterung daher bislang keine Gelegenheit zu einer wissenschaftlich interessanten Intensivmessphase. Auch in der kommenden Woche wird die kühle und wechselhafte Witterung anhalten, wenngleich sich auf dem Atlantik zunehmend hoher Luftdruck ausbreitet - mit der Folge, dass die Luftströmung in Deutschland vorerst auf Nord dreht und somit erwärmte Polarluft einer sommerlichen Wetterlage zunächst einen Strich durch die Rechnung macht. Der Mai stellt gleichzeitig erst den Beginn der Gewittersaison dar - die Gewitterstatistik aus den letzten 20 Jahren spricht für eine Zunahme der Gewitterhäufigkeit im Untersuchungsgebiet über den kompletten Juni hinweg bis etwa Mitte Juli, sodass die Forschenden fest mit einigen spannenden Gewitterlagen im Juni rechnen.

 

i Dr. Jan Handwerker (IMK-TRO)
18.05.21 14 Uhr (12 UTC) Mitte: Aufsicht auf den vom X-Band Radar gemessenen maximalen Radarreflektivitätsfaktor Zh als Indikator für die Niederschlagsintensität (Farbskala) im Untersuchungsgebiet. Oben/rechts: Vertikalschnitte von Zh (Höhe in Kilometern)
i UFZ
Zeitreihe des Verlaufs der Bodenfeuchte bis zum 18. Mai 2021 am Hauptstandort von Swabian MOSES Rottenburg am Neckar. Die Böden haben bereits hohe Werte der Bodenfeuchte erreicht und sind nahe der Sättigung.
i Jannik Wilhelm (IMK-TRO)
Kurz vor dem Start eines heliumgefüllten Wetterballons in Rottenburg am Neckar

Viele Messsysteme liefern seit Kampagnenstart kontinuierliche Messungen verschiedenster hydro-meteorologischer Messgrößen. Bahnt sich eine schwere Gewitterlage, ein ausgeprägtes Hochwasser oder eine länger Hitze- und Dürreperiode an, so werden in den nächsten Monaten Intensivmessphasen (IOPs, Intensive Observation Periods) ausgerufen, in denen die Forschenden mit einigen Messsystemen zusätzliche Beobachtungen durchführen werden. Um die Teamkommunikation und den Einsatz verschiedener Messgeräte unter IOP-Bedingungen zu testen, fand am 10.05.21 eine erste Test-IOP statt.

Zwei Messteams des IMK-TRO führten dabei unter anderem mehrere Ballonsondierungen mit an Wetterballons befestigten Radiosonden zur Messung des Vertikalprofils der Lufttemperatur, Luftfeuchte und des Windfelds am KITcube Hauptstandort Rottenburg am Neckar sowie am Campus Nord des KIT in Eggenstein-Leopoldshafen erfolgreich durch (s. Foto). Im Untersuchungsgebiet gab es am 10.05.21 lediglich einzelne schwache Regenschauer, welche sowohl vom KITcube Messensemble in Rottenburg als auch am Standort des LAFO der Universität Hohenheim mit ihren Radarsystemen wie geplant detailliert registriert wurden. Länger andauernde Niederschläge im Untersuchungsgebiet am 11. und 12.05.2021 mit 24-stündigen Regensummen von 10-25 Litern pro Quadratmeter zeigten einen deutlichen Anstieg der Bodenfeuchte in den Messungen der Bodenfeuchtesensoren des UFZ.

Jannik Wilhelm (IMK-TRO)

Heute, an diesem stürmischen 04. Mai 2021, startet die Messkampagne Swabian MOSES. Die meisten Messgeräte sind an den jeweiligen Standorten installiert, der Datenfluss ist weitestgehend organisiert und die beteiligten Wissenschaftler*innen sind motiviert und gespannt, welche hydro-meteorologischen Ereignisse in den nächsten Monaten auf sie zukommen werden.

MOSES-Blog Beitrag: LINK

MOSES News: LINK

Link zur offiziellen Presseinformation zum Kampagnenstart: LINK

 

Die Aufbauarbeiten der Swabian MOSES Kampagne laufen auf Hochtouren! Die Einsatzteams haben bereits viele Standorte angefahren und die entsprechenden Messgeräte platziert und in den Testbetrieb genommen.

Beim Aufbau des KITcube X-Band Regenradars in Nürtingen (s. Foto) am 20. April 2021 waren auch einige Vertreter der Presse und ein Fernsehteam vor Ort. Heute berichtet die Nürtinger Zeitung in einem kurzen Artikel üben den Aufbau: LINK zum Zeitungsartikel.

i Dr. Andreas Wieser (IMK-TRO)
Aufbau des KITcube X-Band Regenradars bei Nürtingen